"Heimat o Heimat!"

Hier sind Eindrücke des letzten "Dialogue Matters"-Abend im Wintersemster 2019/20: Ist Heimat immer ausschließend (gemeint)? Und brauchen wir den Heimat-Begriff überhaupt noch?

Prof. Dr. Paul Mecheril (Universität Bielefeld)

Auf dem Podium des im WiSe 19/20 letzten Termins des Diskussionsforums „Dialogue Matters“ diskutierten Bildungswissenschaftler Prof. Dr.Paul Mecheril (Universität Bielefeld) mit folgenden Vertreter*innen der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd: Dr. Sandra Kostner (Geschäftsführerin Master Interkulturalität und Integration), Edgar Buhl (Kanzler) und Katja Schickert (Studentin) zum Thema Heimat.

Paul Mecheril setzte zu Beginn der Diskussion einen Akzent dahingehend, dass Heimat einen Diskurs um Zugehörigkeit anstoße, die dominanzkulturell bestimmt werde. Dieser Ansicht wurde durch eine individuelle Verortung von Heimat entgegnet. Mit "Heimat" verbinde man vor allem persönliche Erinnerungen an die Kindheit, jenes (schwäbische) Dorf – oder diese eine bestimmte Biermarke, so ein Teilnehmer aus dem Publikum. Heimat könne gar nicht alle einschließen. Und das habe sie auch noch nie. Doch dies hindere nicht an einer Aufgeschlossenheit für alle.

Gegen Ende der Diskussion kamen somit Stimmen auf, gänzlich auf einen Heimat-Begriff verzichten zu können – auch unter Aspekten eines solidarischen Handelns in der Migrationsgesellschaft. Denn die Debatte darüber, eine Heimat wählen zu können und nicht über den Verlust einer Heimat nachdenken zu müssen, sei schließlich eine durchaus privilegierte Position.

Rückblickend ist festzustellen, dass alle vier Termine des neuen Diskussionsformats „Dialogue Matters“ insgesamt von einer hohen Besucherzahl und einer regen Teilnahme an der Diskussion gekennzeichnet waren. Dies deutet darauf hin, dass das neue Diskussionsformat sehr positiv angenommen und mitgestaltet wurde.